2011.07, Don Giovanni, Munich
Don Giovanni
Composer: Wolfgang Amadeus Mozart
Librettist: Lorenzo da Ponte
Venue and Dates: Bayerische Opera, Munich
14. and 17 July 2011 (Munich Opera Festival)
NB the Japanese tour of this production has been cancelled
Conductor: Constantinos Carydis
Director: Stephan Kimming
Production:
Performers:
Don Giovanni : Gerald Finley
Leporello : Alex Esposito
Donna Anna : Erin Wall
Donna Elvira : Véronique Gens
Commendatore : Phillip Ens
Don Ottavio : Joseph Kaiser
Zerlina : Laura Tatulescu
Masetto : Levente Molnár
Notes:
Some photos on the facebook site of Bayerische Staatsoper
What the critics say
Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung, 16.7.2011
Translation will follow as soon as possible
Brodelnde Energie
Eine echte Festspielpremiere: ‘Don Giovanni’ unter Carydis
München – Constantinos Carydis ist ein im positivsten Sinne Wahnsinniger. Als Dirigent hat er klare Vorstellungen, wie etwas zu klingen habe, in der Umsetzung ist sein Vorgehen unabdingbar. Nicht alle Orchester sind gewillt, sich darauf einzulassen. Die, die es tun, erleben mit ihm zusammen große Momente der Musik.
Dass Kent Nagano Mozarts ‘Don Giovanni’ bei dessen Premiere im Oktober 2009 selbst dirigierte, war die größte Schnapsidee, die der sonst so besonnene Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper je hatte. Diese Musik ist ihm fremd, Carydis indes nicht. Der braucht keine Partitur, dirigiert auswendig, er singt die Partien aller Sänger leise mit, selbst in den Ensembles, ein äußerst faszinierender Vorgang, wenn man zufällig in der ersten Reihe direkt hinter ihm sitzt und verblüfft beobachtet, wie eng die Kommunikation zwischen ihm, dem Orchester und den Sängern ist – und wie schnell man einen Anzug durchschwitzen kann. Das musikalische Ergebnis ist von brodelnder Energie, extrem exakt. Carydis geht an die Grenze dessen, was für Sänger und Orchester vom Tempo und der rhythmischen Durchgestaltung möglich ist, aber nie darüber hinaus. Er unterbietet die Zeitangaben des Betriebsbüros um 20 Minuten – doch nie wirkt etwas nicht gänzlich ausformuliert. Geschwindigkeit wird hier direkt in dramatische Energie umgesetzt, der Klang flirrt, über Fabio Cerroni am Hammerklavier kommen ein paar sehr schöne, experimentelle Farben dazu. Und die Sänger führen diese Aufführung, vor allem im zweiten Akt, zu einem grandiosen Triumph, der aller Festspielwürde wert ist.
Herrlich die beiden Jungs, Gerald Finley als Don Giovanni und Alex Esposito als Leporello. Der eine ist ein grandioser Schurke, lebensmüder Lebemann, ein wunderbarere Darsteller und bei aller Stimmgewalt verblüffend agiler Bass, der andere ein gar so liebenswerter, vor Spielfreude und Stimmlust und ganz viel Quatsch überschäumender Verwalter seines Herrn. Absoluter Höhepunkt: Die beiden bereiten das Mahl für den Komtur – bestes Theater, beste Komik. Laura Tatulescu tut es ihnen an Spielfreude gleich – eine leuchtende Zerlina. Véronique Gens und Erin Wall brauchen als die Damen Elvira und Anna ein wenig Zeit, um stimmlich dann aber wirklich voll zu überzeugen. Die Herren bleiben blass, aber das gehört sich so.
Markus Thiel, Münchner Merkur, 16.7.2011
Translation will follow as soon as possible
Im Graben des Nationaltheaters kam es nun zum grandiosen Mozart-Erlebnis. Nicht nur die Ouvertüre, auch viele Arien rasten ungebremst ins Guinness-Buch: Das Rastlose, Verhetzte, auch Ziellose des Titelhelden war fast körperlich spürbar. Umso mehr nahm sich Carydis Zeit für Mozarts Hintersinn in Leporellos Registerarie (herrlich aufgedreht: Alex Esposito) oder die todesnahe Trauer von Donna Anna (nur im ätherischen Piano überzeugend; Erin Wall). Sympathisch, dass der auswendig dirigierende Carydis trotz hörbarem Probendefizit kein bisschen nachgab und unbeirrt sein Konzept verfolgte. Die neue Ensemblespitze: Gerald Finley, der sich überraschend lustvoll in Kimmigs Konzept warf und den erotischsten Münchner Giovanni seit Ruggero Raimondi sang. Veronique Gens donnerte als kluge Stilistin die Elvira nicht zur Sopranzicke auf, Joseph Kaiser war das Gegenteil eines anämischen Ottavios und hangelte sich klug über kleine Gefährdungen hinweg. Laura Tatulescu (Zerlina), Levente Molnär (Masetto) und Phillip Ens (Komtur) ließen sich von den neuen Produktionskollegen anstecken. Ein „Giovanni”, der die Premierenserie schlicht deklassierte.






















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I was in the audience on July 14 and loved your performance and that of the other singers. Bravo, bravi! Too bad I can’t say the same for the set and the production: confusing, distracting, and sometimes utterly pointless. What the hell was with the old man, for example, and with the idiotic penguin(s)? And that video screen at the top left seemed to have no purpose other than drawing attention away from what was happening on stage. The worst of Eurotrash, right down there with a performance of La Perichole in the Komische Oper Berlin last summer.